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Zimmer zum Studieren gegen Hilfe bei der Gartenarbeit

Innovative Wohnform, die Generationen zusammenbringt – OB David Langner ist Schirmherr

Das Studierendenwerk und die Hochschule Koblenz bieten seit fünf Jahren „Wohnen für Hilfe“ an. 27 Wohnpartnerschaften bestehen aktuell – und es dürfen gerne mehr werden, denn Studierende und Wohnraumanbieter profitieren davon.

Der Nachwuchs ist ausgeflogen und das Kinderzimmer steht leer? Altersbedingt wird im Einfamilienhaus nur noch das Erdgeschoss bewohnt? Das Mansardenzimmer ist mit Gerümpel vollgestellt? Werden diese Räume „reaktiviert“, freut das Studierende, die in Koblenz und Umgebung nur schwer Unterkünfte finden. Besonders – keine Frage.

„Bei `Wohnen für Hilfe ́ geht es nicht darum, kurzfristig preiswerten Wohnraum an Studierende zu vermitteln, sondern längerfristige Wohnpartnerschaften herzustellen“, so Anne Dommershausen, die Projektleiterin und Ansprechpartnerin für Studierende und Wohnraumanbieter. „Wohnen für Hilfe“ bedeutet, dass die Studierenden bis auf die Nebenkosten mietfrei wohnen, dafür aber maximal 25 Stunden pro Monat helfen: Hausarbeit, Gartenarbeit, Botengänge, Einkäufe, Fahrten und Begleitung zum Arzt, Kinderbetreuung, Gassi-Gänge mit dem Hund zum Beispiel. „Gerade Senioren geht es oft auch um die Gesellschaft“, weiß Dommershausen. „Das Projekt richtet sich aber an alle, die Hilfe gebrauchen können, zum Beispiel auch Familien, Menschen mit Behinderung oder auch Berufstätige, die keine Zeit haben, sich um Wohnung, Garten und Haushalt zu kümmern.“

Damit Topf und Deckel wirklich passen, nimmt sich die Projektleiterin viel Zeit, die Kandidaten kennenzulernen und Vorstellungen und Wünsche abzufragen. „Einige Wohnpartnerschaften bestehen nun schon länger als 2 oder 3 Jahre“, erzählt sie glücklich. Insgesamt hat sie bis heute 78 Wohnpartnerschaften vermittelt.

Die Hälfte der vermittelten Studierenden sind Deutsche, die andere Hälfte Ausländer unterschiedlicher Herkunft. Diese Quote ist bemerkenswert und sicherlich darauf zurückzuführen, dass Anne Dommershausen Schottin ist, seit langem in der Region lebt und an der Hochschule über viele Jahre ausländischen Studierenden betreut hat. Unterstützt wird sie dabei übrigens von einer weiteren Schottin: Julianne Klein arbeitet neben einer studentischen Hilfskraft im Projekt mit.

Das Koblenzer Wohnprojekt steht unter Schirmherrschaft von Oberbürgermeister David Langner. Schon als Staatssekretär im Sozialministerium hat er es unterstützt. Weil es eine innovative, Generationen verbindende Wohnform sei und gleichfalls zur Integration ausländischer Mitbürger beitrage. Beim Ehrenamtstag im Koblenzer Schloss am 1. Mai 2022 wurde das Projekt zuletzt vorgestellt. Die erste Veranstaltung seit Corona war wichtig, um wieder unmittelbar mit verschiedenen Akteuren der Stadt sowie der Bevölkerung in Verbindung zu treten. Mehr Infos zum Projekt unter www.wohnen-fuer-hilfe.de; Kontakt zum Beratungsbüro unter Telefon 0261 9528-981

Siehe auch Beitrag vom 19.05.2022

Anne Dommershausen Wohnen für Hilfe – 08.07.2022

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