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„Sicher mehr Unfälle“

Die Neuordnung von Straße, Radweg und Fußweg entlang der Mayener und Trierer Straße wird weiter kontrovers diskutiert.

Leserbrief von Wolfgang Fuchs, Koblenz

Der neue Fahrradweg entlang der Mayener und Trierer Straße wird von der Stadt als Gewinn verkauft. 400 000 Euro für den Wegfall von 120 Parkplätzen, einem Fahrradweg an den parkenden Autos auf der Fahrerseite vorbei, mit teilweise geringem Abstand zum fließenden Verkehr mit Pkw, Sprinter, Lkw sowie Bussen ist es für Fahrradfahrer eine Zumutung. Der alte Fahrradweg war sicherer, und es wurde auf Fußgänger geachtet. Die neue Schnellstraße für Fahrräder wird sicherlich zu mehr Unfällen führen. Lediglich die Anbindung Sudhaus bis Rübenacher Straße und die 500 Meter vom Übergang der B 9 bis zum Hotel Stein waren nie gekennzeichnet und müssen positiv betrachtet werden. Wenn aber so viel Geld ausgegeben wird, warum gibt es dann stadtauswärts keine behindertengerechte Bushaltestelle? Dies ist sicherlich ein anderer Topf, und wenn alles fertig ist, wird wieder eine Baustelle aufgemacht. Ein gutes Jahr 2022, Stadt Koblenz!

Rhein Zeitung  – 22.12.2021

3 Kommentare

  1. Kontrovers diskutiert wird der IST-Zustand verbunden mit der Angst vor Veränderung. Bis 2025 werden einige Autofahren nur noch E-Autos anbieten. Ab 2030 keine „Verbrenner“ mehr zugelassen. Energie wird aus unterschiedlichsten Gründen teuerer. Es ist zu befürchten, dass der motorisierte individual Verkehr (MIV) für den „Arbeiter“ unerschwinglich teuer wird. Die Verkehrswende ist für Koblenz inzwischen eine Zwangslage und keine Überzeugungstat mehr. Kopenhagen hat es aus einem Gerechtigkeitsgefühl gegenüber Anliegern an Hauptstraßen gemacht und aus der Logik dass Verkehrsraum nicht unbegrenzt zur Verfügung steht und Autos sehr viel Platz benötigen. Egal aus welcher Motivation, ein gut ausgebautes Radwegenetz ist Pflicht.

    Ihre Behauptung „Der alte Fahrradweg war sicherer, und es wurde auf Fußgänger geachtet.“ ist ein Widerspruch.
    Was denn jetzt, war es ein sicherer Fahrradweg oder wurde auf Fußgänger geachtet. Die Regelbreite für ein Fahrradweg ist min. 1,50 m breit. Ein Gehweg bei einer vielbefahrenen Straße eine Breite 1,50 bis 2,50 m. Ein Fahrradweg muss so angelegt sein, dass der Fahrradfahrer den Fußgänger nicht gefährdet. Der Fußgänger den Fahrradfahrer nicht behindert. Es ist eine Mär, dass der alte Fahrradweg sicher und gut zu fahren ist.

    Der Fahrradweg auf dem kurzen Stück an der Mayener Straße bis Klosterbrauerei war nicht sicher. Zu schmal. Mülltonnen, Bäume und Schilder haben zusätzlich noch eingeengt. Fußgänger haben an den Ampelanlagen auf dem Fahrradweg gewartet. Bushaltestellen haben zusätzlich den Fahrradweg eingeengt. Hofein- und ausfahrten mit abgesenkten Bordsteinkanten waren sehr störend. Der Fahrradweg hat unvermittelt angefangen und plötzlich wieder aufgehört. Auf- und Abfahrt über eine Bordsteinkante. Die Auffahrt hat man farblich gekennzeichnet, damit dort kein Auto parkt und der Radfahrer die angegebene Auffahrt auch nutzt. Die Abfahrt hatte dagegen keine „Einfädelspur“.

    Es hat sich einiges zum Guten geändert. Fußgänger und Fahrradfahrer hat man getrennt. Das kurze, neu angelegte Teilstück ist gut zu fahren. Endlich kann die Strecke zügig mit dem Fahrrad zurücklegen werden. Transporträder, E-Bikes und Power-Radler haben jetzt eine glatte Fahrbahn. Die Gefahrenstelle zwischen Eisbreche und Johannesstr. hat man durch eine weitere Fußgängerampel entschärft. Der Fahrradfahrer ist auf der Straße gut erkennbar und hat einen eigenen Verkehrsraum erhalten.

    So weit so gut, es ist noch nicht gut, es fehlt noch viel.

    Die Trierer Straße hatte vor dem Ausbau in den 1970iger Jahren schöne Vorgärten. So gab es einen schönen Bauerngarten und viele große Bäume. Davon sind nur noch zwei Bäume übrig. Der alte „Radweg“ sollte den Platz bieten für weitere Bäume. Ausbau der Trierer Straße als Allee. Bäume spenden Schatten, schaffen über die Feuchtigkeitsabgabe Kühle, schlucken den Schall, verringern die optische Breite und reduziert dadurch die Geschwindigkeit.

    Der Radweg wird nicht brauchbar an der Maria Hilf und an der Klosterbauerei fortgeführt. Das Ziel muss hier sein: Auf dem kürzesten Weg, schnell und sicher in die Stadt oder zur Uni.

    Und – last but not least – die Trierer-/Mayener Straße ist für die Anlieger und die Anlieger der Nebenstraßen da. Zur Zeit haben wir auf einem Teilstück noch eine Stadtautobahn. Durchfluss und Geschwindigkeit ist die Maxime. Zufahrt zum Rohrerpfad, zum Aldi und zur Karl-Russell Straße ist mangelhaft. Die Trierer Straße muss beim Aldi nicht 4-spurig sein. Es ist genug Platz für eine Einfädel- und Abbiegespur. Warum sollte man nicht von der Mayener Straße nach links in die Karl-Russell Straße abbiegen dürfen? In Bauphasen war es mit einer Ampel immer wieder möglich.

    Wird im modalen Split ein höherer Fahrradanteil erreicht, gibt es kein Parkplatzproblem mehr. Man wird sich über die Steinwüsten und versiegelten Flächen nur noch wundern. Wie konnte man so leben?

  2. Beim Überholen und an Bushaltestellen muss man auf den Kfz-Fahrstreifen fahren, die neu gestalteten Einmündungsbereiche mit querenden Rad- und Kfz-Verkehr sind eng und gefährlich, das zwar oft kurzzeitige aber häufige Zuparken von Paketdiensten, anderen Zulieferern und Anwohnern wird durch das Ordnungsamt nicht zu verhindern und kaum konsequent zu ahnden sein, schon jetzt parken Anwohner mangels Alternativen ihre Kfz auf Schutzstreifen und Gehweg, ein Ausweichen auf den Kfz-Fahrstreifen ist notwendig, die schon jetzt bei Dunkelheit und Nässe schlechter zu sehenden Markierungen mit einigen Richtungswechseln werden nach einiger Zeit verblassen.
    Es wird sich zeigen, ob an der stark befahrenen Bundesstraße ein Schutzstreifen oder ein Gefahrenstreifen entstanden ist.
    Ich, etwa in der Mitte des neuen Radstreifens wohnhaft, werde jedenfalls, wie in den letzten 37 Jahren, mit der gebotenen Sorgfalt und Rücksicht den alten Radweg (neuen Gehweg) sicher nutzen, um an Eisbreche oder Rohrerhof auf den Moselleinpfad abzubiegen. Ein Knöllchen hierfür nehme ich für meine Sicherheit und Gesundheit in Kauf.

  3. Rudolf Kowalski

    Mit dem Fahrrad auf einem dafür ausgewiesenen Weg zu fahren, ist erst einmal gut – für Fußgänger und Radfahrer. Aber… neben der Eliminierung von 120 Parkplätzen ist dieser Radweg an vielen Stellen brandgefährlich, besonders für ältere Radfahrer*innen. Jetzt muß man außen zwischen parkenden Autos und dem fließenden Verkehr hindurch. Im Gegensatz zu früher, fährt man aktuell auf der Fahrerseite der parkenden Autos vorbei. Mal sehen, wann die erste Autofahrer*in in Gedanken die Fahrertür öffnet – und eine Fahrradfahrer*in in diese geöffnete Tür knallt. Noch schlimmer wird es allerdings, wenn ein Radfahrer*in instinktiv versucht, dieser geöffnetenen Tür auszuweichen – und in den fließenden Auto-Verkehr gerät… dann spielt man mit dem Leben.
    Große Veränderungen forderten schon immer ihren Preis – dazu gehören nicht selten auch Menschenleben.

    Wann wird dort wieder zurück gebaut… nach einem, zwei oder drei verletzten Radfahrern*innen – oder erst, wenn der/die Eine oder Andere ums Leben gekommen ist? Warten wir es ab und hoffen das Beste.

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