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Schulweg im Oberdorf

Im Oberdorf sind zwei Kindergärten und eine Grundschule, zentral, traumhaft nah, zu Fuß zu erreichen. Metternich hat noch dörfliche Strukturen. Kinder können ohne Eltern erste Erfahrungen machen und selbständiges verantwortungsvolles Handeln lernen. Die vielen Helikoptereltern zeigen die Realität. Nicht im Oberdorf. Zu gefährlich! Im Oberdorf ist die Gefahr zum Greifen: enge Straßen, mit zu schmalen Bürgersteigen, mit einem hohen Verkehrsaufkommen, bei schlechter Beleuchtung und schlecht zu sehenden Kindern als bewegliche Hindernisse. Die Situation überfordert viele Autofahrer. Oft wird der Bürgersteig als Ausweichfläche oder Parkfläche mitgenutzt.

Die Situation ist uns allen bekannt. Spätestens seit dem tödlichen Unfall im Oberdorf kennt jeder die raumgreifende Fahrspur eines Busses (Schleppkurve) und den toten Winkel, wo gerne einmal Fahrradfahrer und Fußgänger tödlich zerquetscht unterm Rad verschwinden. Der Busfahrer hat keine Chance, ist aber Schuld! Wenn der Fahrer nichts sieht, darf er nicht fahren! Ganz „Schildbürger“ hat man das Haus an der Trierer Straße/Ecke Oberdorfstraße abgerissen. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Aber das Oberdorf hat noch viele solcher gefährlichen Ecken. Man müsste noch viele Häuser abreißen um Bürgersteige zu verbreitern und Ecken zu entschärfen. Überall dort, wo der Bürgersteig nicht die in einer Richtlinie empfohlenen 2,50 m hat – zack, abreißen! Freie Fahrt für freie Bürger. Geht nicht, verstehen wir alle. Die Gelben Füße sind eine nette Idee, suggerieren aber eine Pseudosicherheit – dadurch fährt kein Auto langsamer, kein Auto rücksichtsvoller oder hält einen Sicherheitsabstand. Die Geschwindigkeitsdifferenz Auto zum Fußgänger bleibt tödlich. Das ist alles bekannt.

Das Auto wird inzwischen als Waffe eingestuft, nicht nur die SUV. Einige Unfälle mit tödlichem Ausgang und auch jedem Depp wird klar, das Sicherheitskonzept muss überdacht werden. Der Grund ist oft der jugendliche Raser, aber auch menschliches Versagen, durch Krankheit, Überforderung, Fehlbedienung, aber auch technisches Versagen oder terroristische Absicht. Ein Unfall passiert in der Kombination von zwei oder mehreren Ereignissen, die zusammen, in einer unglücklichen Verkettung, zur Katastrophe führen. Das ist alles bekannt.

Wir können das Problem aussitzen nach dem Motto: Es geht doch oft gut. Wir können aber auch Verantwortung übernehmen und die Nutzung des Autos im Wohngebiet überdenken. Keiner kommt auf den Gedanken einen Fußgängerüberweg als Abkürzung über eine Bundesautobahn zu genehmigen. Vollkommen abwegig. Man hat sogar die kürzeste Verbindung von Bubenheim nach Metternich für Fußgänger und Fahrradfahrer gekappt. Vollkommen abwegig zu erwarten, dass der Autofahrer Rücksicht nehmen soll.

Wir sind aber bereit, Durchgangsverkehr vor einer Schule zu akzeptieren. Wir sind bereit, viel zu schnelle und viel zu viele Autos in einem Wohngebiet in viel zu kleinen Straßen zu akzeptieren. Wir sind bereit, parkende und rangierende Autos vor Schulen und Kindergärten zu akzeptieren. Wer ist „WIR“? Wer ist für den Irrsinn verantwortlich?

Die Stadtverwaltung sieht sich nicht in der Verantwortung. Man bekommt zur Antwort: Da gibt es keine Möglichkeiten. Das stimmt nicht. Die StVO kennt Fußgängerzonen, verkehrsberuhigte Straßen mit vorgeschriebener Schrittgeschwindigkeit und fest vorgegebenen Parkflächen und die Fahrradstraßen und alles mit der Ausnahme für Anwohner oder Bus- und Lieferverkehr frei. Es gibt die zeitliche Begrenzung auf die Schulzeit! Es gibt absenkbare Poller für eine Zufahrtsbegrenzung. Diese Möglichkeiten hat man, man muss nur wollen und es wäre möglich.  Geht nicht, gibt’s nicht.

Insgesamt werden als Unfallopfer für 2018 in Deutschland 88.850 Radfahrer mit 445 Todesfällen und 30.943 Fußgänger mit 458 Todesfälle ausgewiesen. Keiner kann sagen: Das haben wir nicht gewusst! Wer das zulässt oder nicht verhindert, hat Mitschuld. Ein totes Kind in Metternich ist genug.

Johannes Fuck Metternich – 02.12.2019
Fotos Johannes Fuck

 

 

2 Kommentare

  1. Ich gebe Johannes Fuck recht. Aber wie vor 3 Monaten mit Peter Karges bei einem Ortstermin im Wahlsweg festgestellt, in dieser Spielstraße wird täglich viel zu schnell gefahren. Auch der Wahlsweg ist Schulweg und nachmittags Spielplatz weil es eine Spielstraße ist. Ich bin mit meiner Forderung nach Kontrollen oder Geschwindigkeits reduzierender Maßnahmen ( gelb- schwarze Schweller ) nicht alleine.

  2. Ich hatte schon vor Jahren – als unsere Tochter noch zur Grundschule ging – Handlungsbedarf gemeldet. Tägliche Kontrollen sind absolut notwendig und könnten Falschparker und Schnellfahrer abschrecken. Da es aber immer Eltern gibt, die „aus Gründen“ ihr Kind ja doch zur Schule fahren müssen, hatte ich bei einem Rundgang durch den Ort mit dem damaligen Oberbürgermeister Hofmann-Göttig den Vorschlag unterbreitet, einen Kiss&Ride-Parkplatz auf dem Gelände des Bolz-Platzes am Eulenhorst-Spielplatz einzurichten und den Bolzplatz auf den hinteren Teil des Spielplatzes zu verlegen – genug Platz gibt es dort. Außerdem könnten dort zu Schulzeiten Lehrer parken und außerhalb der Schulzeit die Anwohner.
    Aber außer Blabla und heißer Luft ist nie etwas passiert, geschweige denn in die Planung gegangen.

    Oftmals sind es aber auch die Eltern, die ihr Kind am liebsten noch in die Schule reinfahren würden. Und so kommt es zu Situationen, das Autos auf dem Bürgersteig parken und die Kinder auf die Straße ausweichen müssen. Zum K….!

    Traut den Kindern doch mal mehr zu! Die schaffen den Schulweg auch ganz alleine!

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