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Leserbriefe

Im Metternicher Gewerbegebiet hält sich kaum jemand an die vorgegebene Bepflanzung von Fassaden. RZ Beitrag vom 06.09.2019

„Stadtrat sollte sich Mühe machen“

Und der nächste Antrag auf Befreiung von Umweltauflagen in dem genannten Gebiet wird wohl ebenso schnell vom Stadtrat abgesegnet, wie es auch bei der Freistellung am 11. März 2019 mit deutlicher Mehrheit erfolgte. Ich war bei dieser Sitzung anwesend, und lediglich vom Mitglied Andrea Mehlbreuer (Grüne) kam ein Veto gegen den Beschluss und die Frage, warum die in Baugenehmigungen festgesetzten Fassaden- und Dachbegrünungen aufgehoben werden.

Und das, obwohl bekannt ist, dass dort die einzige Frischluftdüse für Koblenz existiert und über versiegelten Flächen die Temperatur im Sommer bis zu 10 Grad höher sein kann als die Normaltemperatur. Bei den vorherrschenden Westwinden fließt die Warmluft dann nach Koblenz mit entsprechenden gesundheitlichen Auswirkungen. Wenn in dem Artikel von Kompensation durch zu pflanzende Bäume gesprochen wird, dann sollte sich der Stadtrat mal die Mühe machen und die Bäume dort suchen.

Wenn ein Herr Nester von der Sparkasse in einem anderen Artikel äußert, dass sich potenzielle Ansiedler durch solche Auflagen eventuell von Investitionen abhalten lassen, so ist bei ihm die Notwendigkeit solcher Auflagen noch nicht angekommen.

Dirk Blutke, Koblenz

„Verstehe ich nicht“

In dem Artikel wird beschrieben, dass im Metternicher Gewerbegebiet oft – obwohl im Bebauungsplan festgelegt – keine Begrünung vorgenommen wird, sogar noch in diesem Jahr eine Befreiung davon ausgesprochen wurde. Der Bauherr hatte – wie im Artikel erwähnt – diese Befreiung schon eingeplant. Dass ich nicht verstehe, weshalb eine Fassade mit Stahl abgedeckt wird, wo klar ist, dass diese sich extrem aufheizen kann, ist eine Sache. Wieso aber dann nicht vom Amt verlangt wird, dass auf andere Weise – etwa auf dem Flachdach – eine Begrünung erfolgt, verstehe ich nicht. Gerade weil der Bauherr eine Vorgabe absichtlich umgehen wollte.

Ursula Rosenbaum, Koblenz

Rhein Zeitung – 18.09.2019

Ein Kommentar

  1. Es ist so schön einfach mit dem Finger auf andere zu zeigen.
    Wie und warum entstehen die Steingärten des grauens? Wo bleibt da das gesellschaftliche Dissen?
    Wer hat denn noch heimische Bäume und Sträucher in seinem Garten? Respekt. Die machen VIEL Arbeit. Ein Tip: Pflanzen ohne Blattwechsel und wenig Wuchs sind da viel angenehmer.
    Kürzlich wurde wieder über alle Instanzen gestritten und das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden: Der Nachbar, der unter Blätter, Samen und Driller leidet, darf nicht das Entfernen der Birken fordern, wenn der Abstand zur Grenze eingehalten ist. Bei dem Streit will man nicht mehr der Nachbar sein. Ob die sich schon die Hand zur Versöhnung gegeben haben?
    Und dann noch die Wurzeln! Bäume wachsen besonders gut, wenn die Wurzeln im Kanal angekommen sind. Leider steht dann das überschüssige Wasser im Haus und die Reperatur incl. Kanalarbeiten sind teuer.
    Wir wollen klinsich saubere Kasernenhofatmosphäre, kein Blatt auf dem Boden soll unser Auge trüben – mit dieser gesellschaftlichen Einstellung wird das mit der Begrünung nichts. Natur brauch viel Toleranz und eine permanente Lust einer Kriegsführung gegen die Urgewalten. Für ein Moment nicht aufgepasst und aus jeder Ritze kommt eine Birke rausgeschossen.
    Ich habe an 2 Tagen jetzt 2/3 meiner Hecke geschnitten, werde wohl noch weitere 2 Tage benötigen.
    1.000 Euro und ein Gärner hätte es gemacht. Dann noch Efeu und sonstige Kletterpflanzen zurückschneiden. Die greifen an allen Flanken an.
    Nicht zu vergessen, die Blätter auf der Straße und auf dem Dach kehren – zwei Wochenenden – das ist überschaubar.
    Winter wird dank Klimawandel inzwischen etwas angenehmer – kein schneeschüppen!

    Mein Lohn: Ich freue mich im Sommer über den Schatten, die Früchte für die Vögel im Winter, die frischen Knospen und Blüten im Frühling….
    Das gefällt nicht jedem, ….

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