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Radweg verlängern oder Bahnstrecke erhalten?

Veloroute verbindet derzeit Münstermaifeld und Bassenheim

Bassenheim/Lützel. Während die einen alles daransetzen, dass alte Bahnstrecken erhalten bleiben, sind andere dafür, dass weitere brachliegende Schienenverbindungen in Rad- und Wanderwege umgewandelt werden. Konkret geht es jetzt um den Abschnitt der alten Bahnstrecke Mayen-Koblenz zwischen Bassenheim und Lützel. Michael Berger, Mitglied der Bubenheimer Freien Bürgergruppe (FBG), ist einer der Radweg-Befürworter, deren Zahl gar nicht so klein sein dürfte. Er fordert: Noch bevor die neue Nordtangente an die Landesstraße 52 nahe dem Bundeswehrzentralkrankenhaus angeschlossen werden könnte, sollte der Radweg zumindest bis Metternich ausgebaut werden. Der Anschluss der Nordtangente an die L 52 wird diskutiert, ist aber noch nicht entschieden.

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Rhein Zeitung – 23.08.2019

Ein Kommentar

  1. Man kann den Eindruck bekommen, wir haben die Wahl zwischen Fahrradweg oder Bahntrasse. So ist es nicht, auch andere Feststellungen im Artikel kann man so nicht stehen lassen.
    Das „Bündnis für Verkehrswende nördliches Rheinland-Pfalz“ hat einen alternativen Radweg parallel zur Bahntrasse ermittelt, demnach muss man nicht so eine wichtige leistungsfähige Schieneninfrastruktur für einen Fahrradweg opfern. Der Radweg von Bassenheim nach Mayen ist ein Erfolg für die Auto-Lobby: 630_PKW/1000 Einwohner im Maifeld. Das ist viel, vergleichen wir Deutschland 573_PKW/1000 Einwohner, Koblenz 538 PKW/1000 Einwohner und in Dänemark 411_PKW/1000 Einwohner. Es gibt nicht das Dänische „Gen“, da gibt es viel Niederschläge und Wind! Wien, die inoffizielle ÖPNV-Hauptstadt, hat 381 Fahrzeuge/1000 Einwohner. Freiburg hat 317 PKW/1000 Einwohner. Koblenz brauch zur Entlastung vom MIV die Bahnstrecke mit einer Stadtbahn Koblenz-Bassenheim. Nach Mayen über Polch ist der Zug abgefahren. Im Maifeld leben die Abgehängten. Sprichwörtlich.

    Zwischen Bubenheim und Metternich entsteht kein Freizeitpark, von den kleinen Restflächen wird sich kein Bauer ernähren können. Folglich wird man die Fläche anders nutzen! Koblenz kann Unternehmen auch keine anderen Flächen anbieten. Es besteht aber Nachfrage. Das ganze Gebiet wird bebaut. Metternich wird nachverdichtet. Industrie, Handel, Verwaltung und Wohnung. Das werden viel, viel mehr Pendler. Der Verkehr in Metternich wird sich wahrscheinlich verdoppeln und die Verkehrssituation ist jetzt schon unakzeptabel.
    Die Nordtangente ist eine B9-Schlachthofstraße-Entlastungsstraße. Da entstehen Mega-Krankenhäuser Marienhof (Brüderkrankenhaus) und Kemperhof (Stift). Debeka verdoppelt sich! Dann die neuen Gewerbegebiete an der A61, B9 und in Metternich.

    Wir brauchen ein Stadtplanung die mehr ökologisch Aspekte berücksichtigt. Vom BUND wird ein „Klimanotstand“-Beschluss gefordert, nach dem Vorbild von Konstanz und anderen Städten. DSo oder so die EU-/Internationalen Grenzwerte sind vertragliche Verpflichtungen. Die Grenzwerte 2030 sind sportlich, manche meinen, nicht zu schaffen. Wie will Koblenz die Grenzwerte erreichen? Fahrverbote? Es ist lange überfällig ein Verkehrskonzept mit einem kompletten Flächennutzungsplan für Koblenz zu erstellen mit einer Verschiebung der Prioritäten zu Fußgänger, Fahrrad, ÖPNV und dann zuletzt das Auto.

    Was für eine Alternative haben die Pendler? „Gummi ist günstiger als Schiene“. Bus. Toll. Eine ambitionierte Quote von 33%-ÖPNV, 33%-Fahrrad und Fußgänger, 33% MIV wäre ein Ziel, das müssen wir schaffen. Bei dieser Quote und dem geschätzten Verkehrsaufkommen brauch man eine eigene Busspur in Rübenach und Metternich oder nutzt die Bahnstrecke und läßt einen Zug fahren. Die Bahntrasse kann die zentrale Versorgung des Gebiets übernehmen. 10x leistungsfähiger als ein Bus! Kann entsprechend der Nachfrage vom Kurz-, Mittel- auf den Langzug angepasst werden. Belastet nicht die Straßen! Steht nicht im Stau! Alles bekannt…oft wiederholt und immer wieder: Bahn ist nicht rentabel. Kein ÖPNV ist kostendeckend, ÖPNV ist eine Daseinsvorsorge. Fahrradwege sind wichtig, Bahntrassen haben besseres verdient. In Metternich ist noch ein leistungsfähiger Ö-Schienen-PersonenNahverkehr möglich. Eine Verkehrsstudie für das Gebiet ist lange überfällig.

    Radweg ist nicht kostenlos. Was erwirtschaftet der Radweg? Wie kann ein Radweg rentabel sein? 6km von Bassenheim nach Ochtendung, Baukosten von 2 Mio. Euro. Laufende Kosten für den Maifeld-Radweg für Wegesicherung, Grünschnitt, Reperaturen, Müllentsorgung ect… ich habe gehört 300.000 Euro/Jahr. Radweg ist ein schönes Hobby, das leistet man sich wenn man touristisch ausgerichtet ist und keine Verwendung mehr für eine Strecke hat. Das ist aber nicht gegeben.

    Gütertransport. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Schon gehört: In Europa ist Schiene im Gütertransport stark im kommen. Brenner- und Gotthardtunnel für einen LKW-Hucke-Packbetrieb. Genua-Rotterdam-Trasse. Erkennen Sie das Problem? Die LKW fahren alle von der A61 und GVZ durch Metternich zur Verladestelle in Lützel, Wallersheim oder Neuwied. Sie stimmen mir doch zu: LKW und Container bitte im GVZ verladen.

    Die Nordtangente Teil 2, dieser Beipass um den Verkehrsinfarkt „Im Metternicher Feld“ zu verhindern, unterbricht die Bahntrasse ein zweites Mal und macht ein weiteres Brückenbauwerk notwendig. Ist es uns das Wert. Die Millionen für den Bau der Nordtangente Teil 2 fehlt uns beim Ausbau des ÖPNVs.

    Wir brauchen nicht mehr Straßen, sondern weniger Verkehr. Planung tut not.

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