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„Absolutes Unverständnis“

Der Rechtsstreit um die Baugenehmigung des geplanten Studentenwohnheims in Koblenz Metternich kommt wieder in Gang.

Mit absolutem Unverständnis lese ich, dass der Bau eines Studentenwohnheims wegen der zu erwartenden Lärmbelästigung per Gerichtsurteil verhindert werden soll. Hat niemand der Anwohner Kinder oder Enkel, die studieren? Es wird also grundsätzlich davon ausgegangen, dass Studenten Lärm machen.

Dass an der viel befahrenen Trierer Straße dem Ruhebedürfnis der Anwohner Rechnung getragen wird, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Und dass junge studierende Menschen als Last in Form von Lärmbelästigung angesehen werden, ist mir ein absolutes Rätsel. Ich hoffe nur, dass sich solche Ansichten nicht durchsetzen werden.

Außerdem frage ich mich, ob die Nachbarn dieses Grundstückes ihr Leben geräuschlos vollziehen.

Kerstin Lehmler, Kadenbach

Rhein Zeitung – 30.01.2019

7 Kommentare

  1. Ich muss mich schon wundern das die Trierer Strasse, die in dem Bereich in eine Sackgasse endet, aks viellbefahrene Strasse bezeichnet wird. Auch meiner Meinung nach passt ein solches Grossvorhaben nicht zu der vorjandenen Bebauung.

  2. Grundsätzlich: Frau Lehmler verwechselt in ihrer Zuschrift „ob und wie“.
    Das Etikett „Studentenwohnheim“ ist doch der Aufhänger der ganzen Geschichte! Glaubt jemand im Ernst, dass das gigantomanische Bauvorhaben ( 110 Wohneinheiten) genehmigt worden wäre, hätte z.B. die Debeka oder ein Hotel in dieser Größe und dieser Lage geplant? Es ist doch nicht vermittelbar, dass die Stadt Koblenz die begründeten Einwände derAnwohner, sowie des Gerichts, nicht anerkennt, und auch im Interesse des Bauplatzbesitzers gegen das Urteil noch Rechtsmittel einlegt.
    Der Wohnungsbedarf für Studenten wird vernünftigerweise von niemand bezweifelt und ernsthafte Abhilfe gefordert. Also preiswerte Studentenwohnplätze, auch mit Investoren, schnell erstellen, aber dafür geeignete Plätze und Lagen berücksichtigen!

  3. Die Stellungnahmen werden immer grotesker.
    Wie kann auf einem Gelände, dass vorher als Betriebsgelände mit zahlreichen Schwer-Lkws befahren und auf dem in erheblichem Maße Rohre und Geräte verladen wurden, das also alles andere als leise genutzt wurde, durch ein Studentenwohnheim eine erhöhte Lärmbelästigung entstehen?
    Es ist auch nicht nachvollziehbar, wie man ein Studentenwohnheim, das nur Einzelzimmer enthält, mit einem „gigantischen Bauvorhaben der Debeka oder einem Hotel“ vergleichen kann.

    • Rudolf Kowalski

      Natürlich ist die Geräuschentwicklung dort, wo junge Menschen wohnen und unterwegs sind, meist höher als dort wo ausschließlich alte Menschen wohnen. Und natürlich hat ein durchschnittlicher Gewerbebetrieb meist gegen 17:00 oder 18:00 Uhr Feierabend, während es bei jungen Menschen durchaus auch mal später werden kann – klar. Aber möchten wir wirklich aus jedem zweiten Wohnviertel eine Art Altenheim machen?
      Dann lasst uns doch direkt eine Mauer um ein solches Viertel ziehen… eine handvoll Betreuer mit dorthin… oder eher doch nicht, weil diese Betreuer ja wieder jung sind und uns unser Alter ständig vor Augen führen?
      Alles frei nach dem Motto: „Kinder und Jugendliche ja…die brauchen wir auch… aber doch nicht in unserem Viertel.“

  4. Oliver Langrock

    Wir Metternicher haben doch Erfahrung. Zuerst die Franzosensiedlung (Pollenfeldsiedlung), dann die Hochhäuser im Eulenhorst, das Studentenwohnheim „Am Heller Weyer“ und die Wohnsiedlung Froesch in der Rübenacher Straße. Immer dieser Lärm. Sinkende Mietpreise, wertlose Immobilien, Leerstand wo man auch hinschaut wenn das so weitergeht. Metternich das Banlieu von Koblenz. Wir wissen doch von was wir reden.
    Die Polizei Dienststelle Metternich sucht jetzt schon verzweifelt Mitarbeiter, aber wer will schon in so einem Stadtteil für Ruhe und Ordnung sorgen. Die Dienststelle in Lützel konnte man schließen, aber in Metternich: „No way“. Mann, Mann, Mann! Die körperliche Unversehrtheit ist gefährdet. Die Dienststelle ist im Unterdorf, warum wohl?
    Und jetzt noch so ein gigantisches Wohnheim mit weit über 100 Wohneinheiten, 2-geschossig, mit Stellplätze; das ist nicht ortsüblich. Wahrscheinlich gehen die Studenten kiffend, mit Restalkohol mit ihren Hippi-Mädchen an der Grundschule vorbei. Die können doch mit dem Auto zur Uni fahren? Gibt es dazu ein Gutachten? Das muss nachgereicht werden. . . Das ist auch wichtig.

  5. Ironisch, ganz klar. Auch wenn Metternich einige Bausünden hat, der zweite Wohnwagen auf meinem Betriebsgelände gestohlen wurde, und einige Familien die Kinder nicht in die Grundschule Rohrerhof schicken, man kann in Metternich sehr gut leben. Auch in der Nähe vom Studentenwohnheim oder am Hochhaus wohnt man sehr ruhig. Die wesentliche Frage bleibt. Wie können wir Metternich gemeinsam weiterentwickeln?
    – wir brauchen mehr uninahen Wohnraum. (Studierende, wissenschaftliche Mitarbeiter. ect.)
    – jede Uni benötigt Fläche für Forschungseinrichtungen
    – wir brauchen mehr Wohnraum möglichst stadtnah. Nah am Arbeitsplatz..
    – es besteht Nachfrage an Gewerbeflächen
    – wie kann man eine Entlastung für die Hauptstraßen erreichen
    – wie können wir eine Verkehrswende 2/3 zu Fuß, ÖPNV und Fahrrad und 1/3 MIV erreichen.

    Metternich ist Boomtown. Da entstehen große Wohnblocks auf ehemaligen Gewerbeflächen. (Froesch, Hilland ect.). Metternich soll nachverdichtet werden. Mit der Konsequenz, jede Freifläche wird bebaut und an der Rübenacher Straße können zukünftig Gebäude „ausnahmsweise“ ca. 19 m hoch werden. Zur Zeit erstellt man einen neuen Bebauungsplan Nr. 228 C. Am Buchstaben erkennt man eine scheibchenweise Nutzungsänderung in der Bubenheimer Flur. Metternich ist eine Konglomerat von Wohnsiedlungen, Appartmenthäuser, High Riser Wohnblocks, Studenten und Altenwohnheim, neueren und älteren Einfamilienhäuser und viele kleine und mittlere Gewerbeflächen, alles zusammen ziemlich verbaut. Deshalb ist eine Umnutzung des Betriebsgelände Rohrbau Pähler mit einem Wohnheim ortsüblich. Lärm ist nicht zu erwarten, das zeigt die Erfahrung in der Geisbachstraße, Am Heller Weyer oder Am Metternicher Brünnchen!

    Was tatsächlich fehlt ist eine ganzheitliche Planung. Stärkung des ÖPNV, 365 Euro Jahresticket wie in Wien, Nutzung bestehender Infrastruktur z.B. auch die Bahntrasse Koblenz-Bassenheim, bei Neubau einer Straße muss gleichzeitig der Fuß- und Radweg gleichberechtigt geplant werden, sichere Fahrradwege in die Gewerbegebiete, in die Stadt und ins Verwaltungszentrum getrennt vom Fußgängerweg. Als Buchempfehlung für alle interessierte und verantwortlichen: Fahr Rad! Die Rückeroberung der Stadt. Es ist doch peinlich wenn sich Stadtratsmitglieder auf die Schulter klopfen weil ein Zick-Zack-Wirtschaftsweg mit dem Fahrrad von Bubenheim nach Metternich nutzbar ist. Es ist doch peinlich wenn Stadtratsmitglieder Parkhäuser im Gewerbepark Metternich fordern und keine alternatives Verkehrskonzept zum MIV in Auftrag geben. Andere Städte haben auch kein Geld aber interessante Lösungen.

    • Sehr geehrter Herr Fuck,

      ich kann Ihrem Beitrag nur zustimmen. Sie haben es auf den Punkt gebracht.

      Trotzdem mein wiederholter Einwand, als die Uni nach Metternich kam, haben sich ALLE die irgend eine kleine Bude zum vermieten hatten eine goldene Nase verdient. Denn Studenten wollen in Uni Nähe wohnen.
      Jetzt wo ein weiteres Studentenwohnheim gebaut werden soll, da möchte keiner die „kiffenden, saufenden,randalierenden und pöbelenden Studenten“ in der Nachbarschaft haben…..Oh Gott wie schrecklich. Also ich traue mich abends kaum noch auf die Straße :-))
      Dennoch sollten sich unsere Politiker um noch ein weiteres Thema kümmern, nämlich ein Parkhaus, ähnlich wie am BWZK in Uni Nähe.

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