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Das Hobby zum Beruf gemacht

„Tortenstyling“ – Torten dekorieren auf höchstem Niveau

Margit Hoffmann bietet diverse Artikel sowie Seminare zum Tortendekorieren an

tortenstylingKoblenz-Metternich. Mit dem vor etwa einem Jahr eröffneten Laden habe sie ihr Hobby „Tortenstyling“ zum Beruf gemacht, sich einen Traum erfüllt, sagt Margit Hoffmann. Neben ihrer neuen Unternehmertätigkeit arbeitet die gelernte Krankenschwester weiterhin in Teilzeit als Dialyse-Krankenschwester. „Tortenstyling“ hat sie ihren wie ein Geschäft für Bastelbedarf anmutenden Laden genannt. Tortenstyling bedeutet Torten zu dekorieren. Das Zubehör dafür kann man bei Hoffmann kaufen, in einer Größenordnung von derzeit rund 1.400 verschiedenen Artikeln. Das A und O ist eine als Fertigprodukt in allen Farben erhältliche weiche Zuckermasse, die wie ein Teig zum Überziehen der Torten verwendet wird. Ob essbare oder Styroporkern-Torten – mit Tortenstyling werden sie zu Zucker-Kunstwerken. Hoffmanns eigene Kreationen können Kunden und Besucher im Verkaufs- und im angrenzenden Ausstellungsraum bewundern. Seit 2008 beschäftigt sie sich mit dem Dekorieren von Torten. Auslöser sei ihre Silberhochzeitstorte gewesen, deren Blütendekoration ihr so gar nicht gefallen habe. Im Internet fand Hoffmann ein Forum zum Thema Motivtorten, wo sie die ersten Tipps und Tricks sammeln konnte. Mit der Teilnahme an zahlreichen Kursen in ganz Deutschland vervollkommnete sie ihr Können, und bereits im Jahr 2010 gewann sie bei der 2. Deutschen Tortenschau in Hamburg Bronze und Silber für Festtags- und Hochzeitstorte.

Gold für die „Tea for Two“-Hochzeitstorte

Zwei Jahre später erhielt sie bei dem weltgrößten Tortenwettbewerb, der „Birmingham Cake International“ in England, eine Goldmedaille für ihre dreistufige „Mondrian“-bunte und schräg aufgebaute „Tea for Two“-Hochzeitstorte mit einer Fondant-Teekanne obenauf. Zur Umsetzung der vielen kreativen Design-Ideen hat sich die Zucker-Künstlerin im Laufe der Zeit eine Vielzahl an Hilfsmitteln zugelegt. Formen-Ausschneidemaschine, Lebensmitteldrucker und Airbrush-Pistole lassen ihre Tortenstyling-Träume wahr werden. Seit vorigem Jahr ist sie zusätzlich als Jurorin der in Trier ansässigen „Interessengemeinschaft Tortendesign“ bei verschiedenen Tortenwettbewerben tätig. Endlich einmal nur über Torten reden zu können, das sei das Schönste daran. Um Wissen und Erfahrung in Sachen Tortenkunst weiterzugeben, bietet Hoffmann Seminare an. Zum Beispiel an der „Cake Akademie“ in Troisdorf, aber hauptsächlich in ihrem eigenen Geschäft. Basisseminare für Einsteiger, Themenseminare oder Modellierseminare für Fortgeschrittene. An den Wänden des Kreativraums zeugen unzählige Urkunden und Zertifikate von Hoffmanns Tortenstyling-Erfolgen.

Bei dem heute stattfindenden „Basisseminar Motivtorte Rollfondant“ sitzen acht Damen am großen Arbeitstisch und erlernen zunächst die Grundtechniken, wie das Einfärben und Marmorieren des Fondants. Die Seminarleiterin stellt die benötigten Werkzeuge wie Cutter, Smoother und Stencils zur Verfügung und erklärt den richtigen Umgang damit. Dass zu lange Fingernägel dem Tortendesign leicht schaden können, erfährt man praxisnah. Der nächste Schritt ist die Anfertigung der Tortendekoration, so dass die Fondant-Blüten, – Figuren oder – Schleifen ein wenig austrocknen können, bevor sie mit essbarem Kleber auf die Tortendecke gesetzt werden. Die meisten Teilnehmerinnen haben schon das Motto für die Gestaltung ihrer Torte im Kopf. Für die Einschulungs-Torte werden Bleistifte und Zahlen gefertigt – frei oder mit Hilfe von Silikonformen und Schablonen. Für den Hobbytaucher-Ehemann kommen auf die Hochzeitstags-Torte Meerestiere, für die Torte zur Taufe entstehen Luftballons und Blüten und für die Bundeswehr-Abschiedstorte Totenköpfe. Ein „so muss es sein“ gibt es nicht, nur ein „kann“, ist Hoffmanns Antwort auf die wiederholten Fragen „Ist das so richtig?“. Bei dem jetzt bevorstehenden Überziehen des Styropor-Tortenkerns mit der zuvor ausgerollten Fondant-Decke muss die Seminarleiterin besonders den Tortendekorier-Neulingen öfter zu Hilfe eilen. Doch wenn er schließlich mit der gelben, grünen oder farbig marmorierten Masse bedeckt ist, sieht jede „Torte“ zum Anbeißen aus. Dann wird mit der Randgestaltung begonnen. Geklebte, gemalte oder gedruckte Ranken- und Rautenmuster, Gräser, Blätter oder Blüten wachsen um die Torte herum. Den Seminarteilnehmerinnen, die nicht als Anfänger hergekommen sind, geht das natürlich schneller von der Hand. Katrin zum Beispiel hat schon mehrere Torten aus echtem Teig gebacken und sie kunstvoll verziert. Kurse wie diesen besucht sie, um ihre Dekorier-Fertigkeiten weiterzuentwickeln, sagt sie, während sie einzelne Grashalme mit feinen Pinselstrichen auf den Tortenrand malt. Auch Theresa pflegt das Hobby schon ewig. Einen entsprechend professionellen Eindruck macht ihre Torte.

Das Fondant-Band erscheint leicht wie eines aus Stoff auf der Torte zu liegen, deren Rand aufwendig mit Rautenmuster und Goldperlen verziert ist. Für kleine Malheure weiß Hoffmann immer Rat.

Die gebrochene Schleife ist schnell repariert, der Farbklecks auf der Torte verschwindet mit einem „Schluck Wodka“ für den Pinsel. Nach und nach sind alle Kunsttorten fertiggestellt, sechs Stunden Seminar sind vorüber. Die letzten Zweifler beruhigt Hoffmann: „Wenn Du sagst, sie gefällt mir, dann ist die Torte schön“. Die Damen, die sich auch zu Hause dem Hobby Tortenstyling widmen wollen, kaufen sich noch schnell das benötigte Zubehör. An der Kasse hilft heute Hoffmanns Ehemann Wolfgang aus. Kein Problem für den stellvertretenden Amtsleiter Wirtschaftsförderung der Stadt und den Geschäftsführer des TechnologieZentrums Koblenz.

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Zum Schluss werden alle Torten fotografiert, ein Gruppenbild geschossen und auf den lehr- und erfolgreichen Abend angestoßen. Ein wenig müde, aber glücklich und stolz gehen die Damen mit ihren Torten-Kunstwerken und einem Teilnehmer-Zertifikat nach Hause. Auf ihrer Facebook-Seite schreibt Margit Hoffmann am nächsten Tag: „Die Mädels haben geschwitzt, gekämpft und gewonnen“. Einige von ihnen wird sie sicher bei dem nächsten Torten-Stammtisch wiedersehen. Dann wird, wie beim ersten Mal im Juli, sicher wieder stundenlang „gequatscht“ über Torten, Füllungen, Werkzeug, Bücher und Tortenkünstler. Wegen der überwältigenden Resonanz hat Hoffmann nach dem September-Termin, zusätzliche Stammtische für Oktober und November ins Leben gerufen. Ende Oktober wird zudem das erste Basisseminar „Ganache“ bei Tortenstyling ins Leben gerufen.

Quelle Blick aktuell 03.09.2015

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