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„Vorschlag: Rückversetzung in den alten Zustand“

Der neue Schutzstreifen für Radfahrer auf der Mayener und Trierer Straße sorgt für Diskussionen.

Leserbrief von Ursula Mogg, Koblenz

Seit mehreren Jahrzehnten habe ich den Fahrradweg an der Mayener/Trierer Straße – viele Jahre auch als Anwohnerin – genutzt. Ich habe ihn immer als ausgesprochen komfortabel und sicher wahrgenommen: Bürgersteig, Fahrradweg, Parkplätze, Fahrbahn. Zudem auf beiden Straßenseiten. Keine Wartungs- beziehungsweise Erneuerungsarbeiten. Welch ein Luxus in einem im Übrigen sehr mageren Angebot an Fahrradtrassen in die und in der Innenstadt? Jetzt wird der Fahrradfahrer/die Fahrradfahrerin auf eine Spur direkt neben die Fahrbahn verwiesen. Die im Artikel zitierte Anwohnerin beschreibt es sehr treffend: „Nach wie vor benutzen unglaublich viele Lkw den Weg (…). Wenn die hier durchbrettern, möchte ich (…) nicht auf dem Radweg neben ihnen fahren.“ Nicht vergessen werden sollen in diesem Zusammenhang auch die Linienbusse. Derzeit parken nicht nur viele Pkw auf dem Radweg. Mancher Autofahrer entscheidet sich auch für die Variante: halb auf dem Gehweg/halb auf dem Radweg. Ich frage mich zudem, ob schon geklärt ist, in welchen zeitlichen Abständen die Markierungen erneuert werden sollen. Und Kontrollen? Steht dafür Personal bereit? Oder wird das so wie schon bisher am Löhr-Center und Wöllershof gehandhabt? Nämlich: keine oder nur seltene Kontrollen. Fazit: Für eine halbe Million wird eine funktionierende Fahrradtrasse zum Nachteil der NutzerInnen umgebaut. Das hilft niemand. Vorschlag: Rückversetzung in den alten Zustand.

Rhein Zeitung – 30.11.2021

4 Kommentare

  1. Das was Frau Mogg da beschreibt gibt den Ist-Zustand der Trierer Straße und den aktuellen Ausbau nicht wieder.
    Die Trierer Straße ist keine funktionierende Fahrradstraße. Da fehlen noch viele weitere Maßnahmen:
    – Geschwindigkeitsbeschränkung; da immer wieder Fahrradfahrer, Auto, Bus und Lastkraftwagen den gleichen Verkehrsraum teilen
    – eine Fortführung des Radwegs bis in die Stadt bzw. zur Universität Koblenz und Oberdorf
    Wir wollen doch eine sichere Nutzung erreichen, mit vielen Nutzern.

    Der Ausbau der Trierer Straße in den 1970igern, war ein Verbrechen. Die Anlieger haben gegen den Ausbau geklagt und verloren. Das Ergebnis sind 20.000 Autos täglich. Dreck, Gestank und Lärm in einem Wohngebiet. Einen Parkstreifen den man bisher nur halbtägig nutzen konnte. Morgens und mittags musste man das Auto umparken. Die Trierer Straße hatte weder einen Gehweg (1,50 bis 2,50m) noch einen Fahrradweg (2m) in der Regelbreite. Mülltonnen und Schilder haben die Nutzungsbreite noch zusätzlich eingeengt. Ein Radweg der unvermittelt anfängt und endet.
    Die Trierer Straße ist in weiten Teilen eine vierspurige Stadtautobahn und zugegebenermaßen nicht ohne Grund, darf man aus Sicherheitsgründen beim Aldi nicht links abbiegen. Es gibt keine sichere Zufahrt vom und zum Rohrerpfad.

    Was soll der Rückbau bringen? Sicherung des Status quo. Das ist nicht Ihr ernst! Das was jetzt erreicht wurde ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Wir müssen den motorisierten individual Verkehr reduzieren, aus ganz vielen verschiedenen Gründen. Die Stadtplaner müssen nachlegen. Fortsetzung des Radwegs bis in die Stadt.
    Geschwindigkeitsreduzierende Maßnahmen. Nutzung der Bahnstrecke Koblenz-Bassenheim als Stadtbahn.
    Das noch mangelhafte Zwischenergebnis reicht nicht um das Vorhaben einer Verkehrswende infrage zu stellen.

  2. Die aktuelle Verkehrsführung auf der Trierer Straße wurde aus meiner Sicht auch verschlimmbessert. Dort möchte ich ganz sicher kein Radfahrer sein. Und Kindern würde ich nicht erlauben, dort zu fahren. Eine Spielstraße werden wir sicher nicht aus dieser Straße machen können. Wohnen stelle ich mir dort allerdings auch nicht sehr prickelnd vor. Die ständige Belastung durch Dreck, durch Abgase und allein die Betriebsgefahr, die von Autos, aber vor Allem von Bussen und Lkws ausgeht. Kein Parkhaus und stetig weniger Parkplätze – grauenhaft. Allerdings drußen vor den Toren von Koblenz zu wohnen und jeden Tag mit dem Auto in die Stadt pendeln müssen, stelle ich mir genauso unattraktiv vor. Also entweder man wohnt dort, wo es bezahlbaren Wohnraum gibt, aber keine Arbeitsplätze mehr, oder man wohnt dort wo die Arbeit ist, aber dafür kein bezahlbarer Wohnraum mehr existiert. Nahezu ein Gordischer Knoten, der undurchdringbar scheint.
    Siebziger Jahre… das ist fünfzig Jahre her – und etwa zwanzig Millionen Menschen weniger in der BRD. Das Landleben funktionierte noch halbwegs. Dort konnte man wohnen UND arbeiten, genauso, wie in der Stadt.
    Ob wir je an solche Zeiten werden anknüpfen können, wage ich zu bezweifeln.
    Vielleich sollte man, wie am Oberdorf am BWZK, die Einfahrt in die Trierer Straße allmorgendlich durch entsprechende Vorschriften und Beschilderung verbieten, abends das Gleiche aus der anderen Richtung. Dann wäre das Wohnen dort wieder lebenswert. Radfahren und Parken würden in einer harmonischen Symbiose einher gehen – und alle wären glücklich – außer denen natürlich, die täglich von außerhalb zur Arbeit müssen.

  3. Rudolf Kowalski

    Mit dem Fahrrad auf einem dafür ausgewiesenen Weg zu fahren, ist erst einmal gut – für Fußgänger und Radfahrer. Aber… neben der Eliminierung von 120 Parkplätzen ist dieser Radweg an vielen Stellen brandgefährlich, besonders für ältere Radfahrer*innen. Jetzt muß man außen zwischen parkenden Autos und dem fließenden Verkehr hindurch. Im Gegensatz zu früher, fährt man aktuell auf der Fahrerseite der parkenden Autos vorbei. Mal sehen, wann die erste Autofahrer*in in Gedanken die Fahrertür öffnet – und eine Fahrradfahrer*in in diese geöffnete Tür knallt. Noch schlimmer wird es allerdings, wenn ein Radfahrer*in instinktiv versucht, dieser geöffnetenen Tür auszuweichen – und in den fließenden Auto-Verkehr gerät… dann spielt man mit dem Leben.
    Große Veränderungen forderten schon immer ihren Preis – dazu gehören nicht selten auch Menschenleben.

    Wann wird dort wieder zurück gebaut… nach einem, zwei oder drei verletzten Radfahrern*innen – oder erst, wenn der/die Eine oder Andere ums Leben gekommen ist? Warten wir es ab und hoffen das Beste.

    • Bei aller berechtigten Kritik und Zweifel an der Sicherheit für Fahrradfahrer. Die Frage müsste also sein: Wann wird die Trierer Straße zur Fahrradstraße? Die Regelung des Verkehrs auf einer Fahrradstraße mit Nutzung durch Kraftfahrzeuge würde alle Probleme lösen.

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