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Anlieger wehren sich weiterhin gegen Bauprojekt

Doppelhaus „Im Acker“ hat trotz Widerstand deutliche Konturen angenommen

Metternich. Vorhandene Flächen nutzen und Lücken schließen, bevor neues Bauland ausgewiesen wird: Über diese Strategie sind sich Verwaltung und Politik grundsätzlich einig. Dass dieses vernünftige Vorgehen mitunter hässliche Folgen haben kann, zeigt sich derzeit an mehreren Stellen im Stadtgebiet. Vor allem Anlieger der Straße „Im Acker“ im Bereich des Metternicher Bahnhofs sind fassungslos. Zwei Gebäude mit insgesamt 14 Wohnungen, die derzeit an der Stelle eines alten Bahngebäudes entstehen, sprengen aus ihrer Sicht alle Dimensionen.

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Rhein Zeitung – 21.06.2021

2 Kommentare

  1. Lebenswertes Koblenz, wenn man nur planen würde. Alles geschieht auf Zuruf. Ich kenn‘ einen, der kennt einen, der hat ein Grundstück, das kann man bebauen. Man versteht nicht, dass Planung der Flächennutzung, die Größe der Gebäude zueinander, die Infrastruktur, Verkehrsraum für Gehweg und Radweg und eine Erschließung mit einer leistungsfähigen Stadtbahn die Qualität eines Gebiets ausmacht. Dadurch hat ein Haus einen Wert oder ist wertlos.
    Die Einfamilienhäuser „Im Acker“ haben an Wert verloren.

    Im Metternicher Westen war entlang der Bahnstrecke nach dem 2. Weltkrieg viel Ackerland mit wenigen Gebäuden. U.a. Bahnhof, Eisenwerk Metternich, ein paar Ziegeleien und ein paar Wohnhäuser. Dann Baustoffhandel, Raiffeisen-Lager, Spedition, Bauhof und Baustoffhandel… In den 80er-Jahren waren dann fast alle Firmen insolvent, ein Gebiet von St. Konrad bis zum Castell, viele ungenutzte Grundstücke. Der Wilde Westen von Koblenz.

    Und wieder wird nicht geplant. Man war froh! Wirtschaftsförderung a la Koblenz, Koblenz hatte Investoren. Raiffeisenlager wird dpd. LKW-Zufahrt durch ein Mischgebiet. Eine Ecke wird Einfamilienhäuser (Skelnik), ein Straßenzug Apartmenthäuser und Pflegeheim. Wohnung neben Gewerbe. Spedition Ansbach orientiert sich neu. Grundstück Baustoffhandel Kröll wird in Wohnung- (Einfamilienhäuser) und Gewerbefläche geteilt. Froesch orientiert sich neu. Grundstück wird mit Apartmenthäuser überbaut. Das alte Bahnwärterhäuschen liegt zwischen mehreren Gewerbebetrieben und einer Tanzschule. „Ruhige“ Wohnlage ist anders. Der Eigentümer orientiert sich neu!

    Aber auch im angrenzenden Gewerbegebiet ist es nicht besser. Ein Bauhof zerteilt man in viele kleine Parzellen für „Klein“gewerbetreibende, damit man Metternicher Unternehmen ein Grundstück anbieten kann. Der geplante und fast ausentwickelte Gewerbepark Metternich I, mit geplant wenig Publikumsverkehr, bekommt einen neuen Bebauungsplan mit viel Publikumsverkehr, ohne entsprechende Straßenraumplanung! Grünfläche: Fehlanzeige! Jetzt ist der Gehweg zu schmal, kein Radweg und keine entsprechende Personen-Übergänge. Rübenacher Straße wird ohne Radweg ausgebaut, Gehweg mit Parkplatz und somit für eine stark befahrene Straße zu schmal. Inzwischen ist der Bebauungsplan zum dritten mal geändert, Koblenz möchte das Gebiet aufwerten, und man darf in Ausnahmefällen bis 19m bauen! Der Wilde Westen von Koblenz.

    Neues Bauland entsteht überall in Metternich, Bubenheim und Rübenach. Wie ein Flickenteppich. Auf Zuruf. Das, was dann zusammenkommt, gehört nicht zusammen. Es passt nicht. Nicht von der Nutzung. Nicht von der Größe. Nicht von der Infrastruktur. Grünfläche scheint weit überbewertet, was zählt ist Parkplatz. Klar, wie soll man mit dem Fahrrad zur Innenstadt, zum Hauptbahnhof, ins Verwaltungszentrum Moselweiß, ins Industriegebiet/Güterverkehrszentrum Rheinhafen oder Güterverkehrszentrum A61 kommen. Da fehlt ein getrennter breiter sicherer Radweg. Da fehlen Querungsmöglichkeiten der B9 und Bahnstrecke. In Metternich regiert der MIV – MotorisierterIndividualVerkehr.

    Stadt Koblenz ist als Schwarmstadt auf Rang 27 von 30. Die IHK und Haus und Grund haben eine Studie veröffentlicht die den Grund und die Möglichkeit an Verbesserungsmöglichkeiten herausarbeiten. Die Autoren der Studie erkennt eine räumliche Begrenzung auf Alt- und Vorstadt durch eine autoaffine Infrastrukturplanung der 60er-Jahre. Koblenz kommt bei den Überlegungen nur als „Apartmentanlage“ für Studierende der Uni-Koblenz vor. Hochstraße und B9 stellt man zur Disposition. Man bedenke: Metternich ist ist in Gehweite vom Zentrum entfernt. Eine Nutzung der Bahnstrecke als ÖPNV-Alternative von Bassenheim nach Koblenz und Westerwald sieht man nicht.

    SPD pflanzt Blümchen auf der Karthaus. CDU malt Scheißbilder vom Spielplatz. Alles ist möglich. Das kritisierte Gebäude wird nicht das Letzte sein. Gruss aus dem Wilde Westen.

  2. Rudolf Kowalski

    Danke Jo, vielen Dank. Das sind einmal Worte, die man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte. Viele vergessen in Unkenntnis oder schlichter Egozentrik, dass wir hier (eigentlich) eine zusammenhängende Stadt haben, nicht eine veraltete Aneinanderreihung einzelner Dörfer. Aber wer schon im großen Denken? Es reicht ja, wenn man in seinem Viertel immer Alles beim Alten belassen kann. Veränderungen können gerne die Anderen machen – aber dann bitte woanders. Im Unterdorf wurde das geplante vierte Hochhaus nie gebaut. Jeder hatte über Jahre die Möglichkeit, dieses Grundstück zu erwerben, was aber neimand für notwendig hielt. Als es dann doch jemand kaufte und bebaute, war plötzlich das Geschrei groß, weil dort über die Jahre eine Art Biotop entstanden war, welches viele Nichteigentümer erhalten wollten. Vor den Hochhäusern entstanden kleine Reihenhäuser. Auch hier wurde ein verwildertes Grundstück dafür entkernt. Ein Mitarbeiter des Umweltamtes nahm sich damals unglaubliche Frechheiten mir gegenüber heraus, weil er, in völliger Unkenntnis, sich nicht hatte vorstellen können, dass Kollegen*innen von ihm das beschlossen und womöglich auch durchgeführt hatten…. Koblenz halt.

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