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Gemeinsame Transferstrategie der Koblenzer Hochschulen

Neben Lehre und Forschung ist der Transfer von Innovation und Wissen in Wirtschaft und Gesellschaft eine weitere Aufgabe der Hochschulen. Um die so genannte „Dritte Mission“ noch besser vorantreiben und umsetzen zu können, haben die Universität und die Hochschule in Koblenz nun eine gemeinsame Transferstrategie verabschiedet.

Die beiden Institutionen, die schon seit vielen Jahren in den unterschiedlichsten Bereichen erfolgreich kooperieren, möchten mit ihren gemeinsamen Transferaktivitäten insbesondere die Forschungs- und Innovationssysteme im nördlichen Rheinland-Pfalz aktiv stärken. Darüber hinaus sollen innovative Transferprozesse landes- und bundesweit sowie in internationaler Kooperation angeschoben werden, auch im Verbund mit weiteren Hochschulen des Landes Rheinland-Pfalz.

Beide Hochschulen streben unter anderem an, zu einer besseren Vernetzung aller Akteurinnen und Akteuren beizutragen. „Den Transfer verstehen wir nicht als Einbahnstraße“, betont Prof. Dr. Bosselmann-Cyran, Präsident der Hochschule Koblenz und Vorsitzenden der Landeshochschulpräsidentenkonferenz Rheinland-Pfalz, „uns geht es auch darum, Impulse aus der Region heraus aufzunehmen, und nach einem Entwicklungsprozess in Form von Ideen, Wissen und Technologie wieder in diese zurückzugeben.“ Transfer sei dabei als ein Prozess zu verstehen, der eng mit dem lebenslangen Lernen aller Beteiligten – auch voneinander – verbunden ist.

Mitarbeiter von Universität und Hochschule Koblenz kooperieren auch im gemeinsamen Max-von-Laue Institute of Advanced Ceramic Material Properties Studies im Bereich Transfer. Foto: Universität Koblenz-Landau 2019

Dadurch soll etwa die Umsetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Forschungen in markt- bzw. anwendungsfähige Produkte beschleunigt werden. Dabei beschränkt sich der Transfer nicht auf technologische und ökonomische Aspekte, wie Prof. Dr. Stefan Wehner, Vizepräsident für Koblenz der Universität Koblenz-Landau, ausführt: „Wir möchten auch in sozialer wie auch kultureller Hinsicht als Impulsgeber für die Region Mittelrhein agieren und an der gesellschaftlichen Transformation in allen Bereichen – Wirtschaft, öffentliches und kulturelles Leben, Zivilgesellschaft, Umweltaktiv und nachhaltig mitwirken. So können wir gemeinsam die ökonomische Entwicklung und die Lebensqualität in der Region Mittelrhein steigern.“

Bereits bestehende Kooperationen zeigen beispielhaft, dass solche Transferaktivitäten sehr erfolgreich sein können: Mit dem Institut für Medizintechnik und Informationsverarbeitung – MTI Mittelrhein – wurde 2008 ein Kooperationsinstitut von Universität und Hochschule gegründet, in dem in einem Verbund mit den medizinischen Kliniken in Koblenz Forschungsprojekte durchgeführt werden. Zum Beispiel erforschen und entwickeln die beiden Institutionen im Bereich Medizintechnik gemeinsam bildgebende Verfahren zur Diagnostik bei Multipler Sklerose oder die Biomechanik der Halswirbelsäule mit implantiertem Ersatz eines Wirbelkörpers.

Mit dem „Max-von-Laue Institute of Advanced Ceramic Material Properties Studies“ existiert ein gemeinsames erfolgreiches Forschungskolleg, das als strukturiertes Promotionsprogramm kooperative Promotionen fördert. 2019 kam ein von der Europäischen Union und dem Land Rheinland-Pfalz gefördertes Kompetenzzentrum zur Fertigung bestimmter Werkstoffe hinzu, das sich momentan im Aufbau befindet und an dem auch ein außeruniversitäres Forschungsinstitut beteiligt ist.

Beide Hochschulen bringen zusammen die optimalen Voraussetzungen dafür mit, den Ideen-, Wissens- und Technologietransfer (IWTT) als ergänzende Mission neben den Aufträgen der Lehre und der Forschung wahrzunehmen:

Durch die traditionell starke Verankerung der Hochschule Koblenz in der Region bestehen hervorragende Kontakte zur heimischen Industrie und Wirtschaft sowie zu öffentlichen und freien Trägern und Verwaltungen. Verschiedene Netzwerke mit den genannten Kontakten haben sich im Gründungsbereich unter anderem durch Ausrichtung des „Ideenwettbewerb Rheinland-Pfalz“ sowie der Koordination des „Kooperationsnetz für Existenzgründungen aus Koblenzer Hochschulen“ zur Innovations- und Gründungsförderung gebildet und etabliert. Zudem gehört die Hochschule Koblenz als Gründungsmitglied der bundesweit agierenden Hochschulallianz für den Mittelstand (HAfM) an.

Die Universität in Koblenz ist ein regional verankerter und international sichtbarer Universitätsstandort. Sie wirkt durch den aktiven, reflexiven und dialogischen Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in alle Bereiche der Gesellschaft –  Wirtschaft, Kultur, Umwelt und Politik. Auch die Transferforschung – verortet im Zentralen Institut für Scientific Entrepreneurship & International Transfer (ZIFET), als eines der wenigen Institute in Deutschland, das sich explizit mit Transferforschung beschäftigt – die Forschungsstelle Wissenstransfer, die kulturwissenschaftliche Transferforschung und Transferprojekte in den Bereichen Sprache, Integration, Gender und MINT durchführt, und das Institut für Wissensmedien (IWM), wie auch das Gründungsbüro Koblenz gehören die Erfüllung dieser Aufgaben zur langfristigen Entwicklungsplanung der Universität in Koblenz.

Regionale Netzwerke, insbesondere die Wirtschafts- und Wissenschaftsallianz Region Koblenz e.V. (WWA), erhöhen zusätzlich das Potenzial der Region als Wirtschafts-, Kultur- und Bildungsregion und leisten ihren Beitrag zu einem effizienten Transfer. So unterstützen zum Beispiel die Landräte der Landkreise Ahrweiler, Altenkirchen, Cochem-Zell, Mayen-Koblenz, Neuwied, der Rhein-Hunsrück-Kreis, Westerwaldkreis und Rhein-Lahn-Kreis sowie der Oberbürgermeister der Stadt Koblenz die Kooperation beider Hochschulen und haben bereits ihr Commitment zur Vorbereitung des Aufbaus einer neuen Infrastruktur für Ideen-, Wissens- und Technologietransfer ausgesprochen.

Dr. Inka Engel Universität Koblenz-Landau – 12.04.2021

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