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Erfolgreiche Lehre in Zeiten von Corona an der Uni Koblenz

Auch während der Corona-Pandemie ist es an der Universität Koblenz-Landau möglich, erfolgreich und gleichzeitig geschützt zu studieren: Zwecks Infektions-Schutzes von Lehrenden und Lernenden werden Lehrveranstaltungen seit Beginn des Sommersemesters 2020 überwiegend in digitaler Form angeboten. Angewandt werden zumeist asynchron nutzbare Lehr-Lern-Formate, die zeitlich flexibel und auch mit schlechterer Internetanbindung von den Studierenden gut genutzt werden können.

Die Dozenten betreiben für die Umsetzung der digitalen Lehrform erhöhten Aufwand: Die Vertonung einer Vorlesung beispielsweise bedarf wesentlich stärkerer Vorbereitung als die Vorbereitung einer Präsenzvorlesung, da alles Wesentliche enthalten sein muss. Denn weder kann man bei den Studierenden eventuell Bekanntes überspringen noch Unbekanntes genauer erklären, da direkte Hinweise auf den aktuellen Wissenstand aus dem Auditorium fehlen. Dieses Problem wird zum Beispiel dadurch gelöst, dass den Studierenden zu der Vorlesung Aufgaben gestellt werden, die die Studierenden in speziellen E-Learning-Systemen beantworten. Die Antworten können zu einem späteren Zeitpunkt live per Videoseminar besprochen werden. Der Zeitaufwand hierfür wird von Dozenten insgesamt als mindestens doppelt so hoch wie in der Präsenzlehre geschätzt.

Auch ist die Digitalisierung des Theorieteils beispielsweise von Laborübungen mit der Aufnahme bestimmter Arbeitsschritte, Erklärungen zum Versuchsablauf und den Ergebnisbesprechungen sehr zeitintensiv. Häufig wird zu diesem Zweck auf Video-Podcasts über die Video-Plattform Panopto zurückgegriffen. Einige Veranstaltungen, zum Beispiel Laborübungen und Exkursionen im Fach Biologie, lassen sich hingegen nicht digitalisieren. Sie können nur in Laboren bzw. in der Natur umgesetzt werden.

Für viele Studierende sind solche Veranstaltungen allerdings ebenfalls wichtig. Um beim Beispiel Biologie zu bleiben: Laborübungen sind Pflichtbestandteil verschiedener Studiengänge – von Lehramt Biologie für Gymnasien, Realschulen plus und Berufsbildenden Schulen, den Angewandten Naturwissenschaften sowie den BioGeoWissenschaften. Nicht nur sind diese Kurse wichtig zum Erlernen bestimmter Techniken – das experimentelle Arbeiten ist in den Naturwissenschaften die Methode des Erkenntnisgewinns schlechthin. Gerade in der Genetik und Mikrobiologie verlaufen viele Prozesse auf der molekularen oder zellulären Ebene, das experimentelle Arbeiten macht die Theorie hier greifbarer.

Umfassendes Lehrangebot bei optimalem Infektionsschutz

Um den Studierenden die Teilnahme an solchen Kursen und gleichzeitig einen optimalen Infektionsschutz zu bieten, werden zahlreiche Maßnahmen ergriffen: Für die Umsetzung von Laborübungen in der Biologie haben Dr. Jutta Meier als hauptverantwortliche Lehrende und Beauftragte für Biologische Sicherheit der Arbeitsgruppe Mikrobiologie am Institut für Integrierte Naturwissenschaften der Universität zusammen mit der biologisch-technischen Assistentin Kerstin Hoffmann, dem Arbeitsgruppen-Leiter und Modulbeauftragten, Prof. Dr. Werner Manz, unterstützt von Thomas Hild, Sachbearbeiter für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, und der Personalrätin Andrea Schwarz ein Konzept entwickelt.

Zusätzlich zu den immer bestehenden Sicherheitsvorkehrungen wie Hygieneplan, Hautschutzplan oder Betriebsanweisungen zum mikrobiologischen Arbeiten und Arbeiten im Labor wurde eine allgemeine sowie eine spezifische Gefährdungsbeurteilung für die Durchführung der jeweiligen Veranstaltung unter Berücksichtigung der Vorgaben des Robert-Koch-Instituts erstellt. Zudem bestehen ergänzende Anweisung für die Studierenden für das Verhalten auf dem Campus und während des Kurses. Die Kurse können nur mit vergleichsweise kleiner Teilnehmerzahl durchgeführt werden. Daher muss die Anzahl der Kurse verdoppelt, zum Teil sogar verdreifacht oder vervierfacht werden. Den Studierenden werden feste Arbeitsplätze und Geräte wie Mikroskope oder Pipetten und weitere Materialien zugewiesen. Bei Gruppenwechsel werden die Räume gründlich gelüftet und alle Arbeitsplätze sowie Geräte akribisch desinfiziert. „Zudem ist auf eine sinnvolle ‚Verkehrsführung ‚ im Labor zu achten“, betont Meier.

Das Team des Instituts für Wissensmedien (IWM) unter der Federführung seines geschäftsführenden Leiters Dr. Peter Ferdinand engagiert sich auch in der Realisierung der digitalen E-Klausuren unter Covid-Bedingungen. Das IWM als wissenschaftliche Einrichtung der Universität leistet neben seiner Forschung über digitale Wissensmedien den Support in der digitalen Lehre der Universität. Allein am Campus Koblenz stand wegen der Pandemie anfänglich die Durchführung von rund 20 E-Klausuren mit knapp 2.000 Klausurfällen zur Disposition, die nun aber alle realisiert werden können. Dazu musste der Klausur-Zeitraum von zwei Wochen auf zwei Monate ausgedehnt und ein Konzept zum Wechsel von Klausurräumen und ausgewählten Arbeitsmitteln wie benutzten Tastaturen, PC-Mäusen und Laptops nach jedem Klausur-Durchgang umgesetzt werden.

Unter Einhaltung der Vorgaben des Robert-Koch-Instituts werden im kommenden Wintersemester 2020/21 in der Biologie insgesamt 30 Wochen Blockveranstaltungen auf 23 Wochen im Semester und maximal vier Räume verteilt. „Das ist eine riesige organisatorische Herausforderung und die Durchführung ein ungeheurer Kraftakt,“ erklärt Meier. Jede Präsenzveranstaltung und jede Prüfung von Studierenden muss vom jeweiligen Dozenten beantragt werden. Dieser Antrag wird mit der Gefährdungsbeurteilung und dem Konzept jeweils über das Dekanatsbüro zur Genehmigung bei der Universitätsleitung eingereicht. „Wir meistern all diese Herausforderungen, die mit der weiterhin exzellenten und sicheren Lehre während der Pandemie verbunden sind, zum Wohl unserer Studierenden“, betont Vizepräsident Prof. Dr. Stefan Wehner.

Und die Kombination aus digitaler Lehre mit Präsenzveranstaltungen wird nach Einschätzung von Dr. Peter Ferdinand vom IWM auch in Zukunft eine große Rolle spielen: „Wir werden einen wesentlich höheren Anteil an Online-Elementen in der Lehre haben als vor der Corona-Krise, da viele Lehrende mit großem Engagement und Kreativität in die digitale Lehre investiert haben und sie den Studierenden weiter anbieten möchten.“ Auch die Vorteile dieser Formate seien deutlich geworden. „Daher gehe ich davon aus, dass Lehrende wie Studierende bei der künftigen Wiederaufnahme von Präsenzveranstaltungen bestrebt sein werden, in größerem Maße die Vorzüge der digitalen Lehre mit den Vorzügen der Präsenzlehre sinnvoll zu kombinieren – sowohl auf pragmatischer wie didaktischer Ebene.“

Dr. Birgit Förg Universität Koblenz-Landau – 21.07.2020

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