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Eine Kindheit im Schatten des Holocaust

Zeitzeugin Henriette Kretz berichtete an der Universität in Koblenz

Die Holocaust-Überlebende Henriette Kretz aus Antwerpen hielt im Rahmen des Seminars „Kirchengeschichtliche Themen im Religionsunterricht“ des Instituts für Evangelische Theologie einen Vortrag über ihre bewegende Lebensgeschichte. Kretz ist Mitglied des polnischen Vereins „Kinder des Holocaust“. Sie wurde 1934 in der damals polnischen Stadt Stanislawów (heute Iwano-Frankiwsk in der Ukraine) in eine jüdische Familie hinein geboren. Sie verbrachte eine unbeschwerte Kindheit – bis zum Überfall auf Polen im Herbst 1939, als die Familie vor den Deutschen fliehen musste. Doch auch aus ihrer neuen Wohnung in Sambor bei Lemberg wurden sie 1941 von den Deutschen vertrieben und mussten in ein jüdisches Ghetto umsiedeln.

Von nun an lebte die Familie Kretz in steter Gefahr und Angst. Henriette Kretz musste miterleben, wie ihre Eltern im Jahr 1944 erschossen wurden, während sie selbst im letzten Moment davon laufen konnte. Sie war erst neun Jahre alt. Versteckt in einem Nonnenkloster, überlebte sie den Terror des Dritten Reiches.

Ihr Bericht über den Kampf ums Überleben in permanenter Todesangst und den Tod der eigenen Eltern bewegte die rund 70 anwesenden Studierenden. Die Erzählungen vom Leben in Hungersnot und der Ausgrenzung der Juden sind für die heutige Generation kaum vorstellbar. Umso wichtiger sind solche Berichte von Zeitzeugen. Nach dem eigentlichen Vortrag war noch ausreichend Zeit für Fragen und ein offenes Gespräch.

Dr. Birgit Förg Universität Koblenz-Landau – 06.12.2018

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