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„Warum wurde nicht nachhaltiger geplant?“

Universität In Sachen bezahlbarer Wohnraum fordert das Studierendenwerk Koblenz von der Politik größere Unterstützung.

Im Artikel der Rhein-Zeitung vom 19. September fordert die Geschäftsführerin des Studierendenwerks Koblenz, Gabriele Riedle-Müller, mit der Aktion „Kopf braucht Dach“ von der Politik eine größere Unterstützung zum Thema bezahlbarer Wohnraum. Korrekterweise müsste es heißen: Warum wurde im Jahr 2003, als die Bundeswehr-Kaserne zum Campus der Universität Koblenz-Landau umgebaut wurde, nicht nachhaltiger geplant?

Zwar wurde 2003 das im Norden der Universität liegende Gebiet (Unterer-Bach-Weg) als möglicher Standort für die Erweiterung der Universität festgelegt, was aber schon damals zu kurzsichtig geplant war. Denn Rektoren und Studierendenausschuss (Asta) prognostizierten bereits 2005 etwa 10 000 Studenten an diesem Standort. Diese Option wurde auch 2016 für ein Bauprojekt mit mehreren hochwertigen Wohneinheiten, unter anderem für Professoren der Uni, in Anspruch genommen. Das löst zwar nicht die Wohnraumnot der Studenten, ist aber äußerst lukrativ für private Investoren.

Im Flächennutzungsplan hätten die Flächen unterhalb der B 416 (gegenüber dem jetzigen Campus-Gelände) grundsätzlich als Sondergebiet für Universität und universitätsnahe Einrichtungen festgelegt werden müssen. Dann stünde heute auch noch ausreichend Gelände für weitere Wohnheime zur Verfügung. Abgesehen davon wäre es kurzfristig möglich, den südlichen Eingangsbereich des Campus an der Universitätsstraße umzugestalten, um ohne Probleme Platz für Wohnheime zu realisieren.

Auch könnte der Technologiepark (TZK) in das Gewerbegebiet Nord im Metternicher Feld verlegt werden, da davon auszugehen ist, dass die Räume des TZK auch für die Uni genutzt werden könnten. Damit würde die Hörsaalkapazität des Campus drastisch erhöht. Leider wurden diese realistischen Pläne von der Stadt rigoros abgelehnt mit der Begründung, es gäbe bereits einen „städtebaulichen Rahmenplan“. Die Auswirkungen dieses Rahmenplanes sollen (müssen) Studenten und Anwohner heute ausbaden.

Dass sich diese Fehleinschätzungen nicht nur auf die Wohnraumsituation auswirken, beweist das tägliche Parkplatz-such-Chaos. Der Campus Metternich ist eine klassische Pendler-Universität, und das bedeutet, dass etwa 60 bis 70 Prozent der auf dem Campus Metternich eingeschriebenen Studenten, derzeit etwa 8600, täglich aus dem Umland zwischen Uni und Wohnort pendeln. Die vorgeschlagenen Lösungen würden das Konfliktpotenzial zwischen Studenten und Anwohnern in den angrenzenden Wohngebieten weitestgehend reduzieren. Das setzt aber ein konsequentes Umdenken der Politik voraus.

Hans-Jürgen Schäfer Metternich

Rhein Zeitung – 10.10.2018

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